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erzgebirgische Volkskunst

Erzgebirgische Volkskunst im Überblick

Räuchermännchen
Nussknacker
Weihnachtspyramiden
Schwibbogen
Spieldosen
Räucherkerzchen
Baumbehang
Weihnachtsberg
Lichterfiguren


Nicht zufällig wird das silberne Erzgebirge von alters her das „Deutsche Weihnachtsland“ genannt.
Zeitiger als die Landschaft der Ebene legen die Berge und Täler des Mittelgebirges ihr weißes Winterkleid an. Zeitiger als anderswo beginnen in den verschneiten Kammdörfern und Bergstädten des Erzgebirges die Vorbereitungen zum großen Fest.

Draußen, in den Waldrevieren zwischen Altenberg und Schwarzenberg, mustert der Förster die Weihnachtsbäume aus. In den Werkstuben der Spielzeugmacher herrscht das ganze Jahr Hochbetrieb. Zahllose Weihnachtspyramiden, Nußknacker und Räuchermännchen, Schaukelpferde, Kasperpuppen, Holzeisenbahnen, Tiere und Häuschen gehen sorgfältig verpackt auf die Reise in alle Welt.

Und kaum ist das erste Adventslicht angezündet, mischt sich in den Duft der Bratäpfel, die neben dem Leimtopf auf dem Ofen schmoren, der himmlische Wohlgeruch der „Crottendorfer Räucherkerzchen“. Vom Speicher werden Kisten und Schachteln heruntergeholt und ausgepackt.

Nun beginnt sie also wieder, die Bastelzeit! In der Wohnstube erhält für die nächsten Wochen der Weihnachtsberg seinen Platz, jene kunterbunte, kuriose Bethlehemlandschaft mit dem Kind in der Krippe, die einem -sieht man nur genauer hin- merkwürdig vertraut erscheint. Vor dem Stall unterm Morgenstern knien neben der Hirtenschar biedere Waldarbeiter. Den drei Weisen aus dem Morgenland haben sich erzgebirgische Bergknappen hinzugestellt. Im Palmenschatten des Paradiesgartens äsen Hirsche und Rehe, eine vergnügte Kinderschar rodelt am Schusterberg. Die  Peremett, wie der Erzgebirgler die Weihnachtspyramide nennt, erhält einen neuen Anstrich. Dann wird zum Leimtopf gegriffen und dem Vater Joseph ein Bein, dem gestrengen König Herodes die glänzende Krone wieder angeleimt. Arbeit über Arbeit. Sind die kleinen Reparaturen erledigt, werden für die oberste Etage der Pyramide neue Figuren geschnitzt.

So betätigen sich an den langen Winterabenden viele Erzgebirgler als Volkskünstler und führen auf eigene Weise das Werk weiter, das oft schon der Großvater begonnen hat. Vielerorts öffnen Schnitzausstellungen ihre Pforten, um die Arbeiten der Feierabendschnitzer, die Zeugnisse künstlerischer Selbstbetätigung ins rechte Licht zu rücken. Andernorts studieren Laienkünstler die handschriftlich überlieferten Mettenspiele ein, die noch der Frühzeit des erzgebirgischen Silberbergbaus entstammen, proben die Turmbläser, Posaunenchöre und Kurrendesänger. Auch die Frauen haben mit der Stollen- und Pfefferkuchenbäckerei alle Hände voll zu tun.

Große weiche Flocken taumeln unentschlossen vom Himmel, wenn in den Bergstädten Annaberg, Freiberg, Schwarzenberg, Marienberg und in Seiffen die traditionellen Bergmannsparaden und Weihnachtsmärkte stattfinden.
Aus aller Welt strömen nun die Besucher in das Erzgebirge. Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Pensionen und Hotels sind jetzt restlos ausgebucht. Glücklich kann sich derjenige schätzen, der rechtzeitig bei Gastgeber-Erzgebirge eine Unterkunft gebucht hat.

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