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Lichterfiguren

Engel und Bergmann

Auch die erzgebirgischen Lichterfiguren haben ihren Ursprung im Bergbau. So wurden bereits im 17. Jahrhundert in den Kirchen des Erzgebirges Bergmannsfiguren anstelle von Altarleuchten als Kerzenständer verwendet. Die Bergleute stellten sich selbst dar, mit Bergmannsuniform und Arbeitsgeräte. Die Sehnsucht der Bergmänner nach Licht und Wärme in der dunklen und kalten Jahreszeit wurde fester Bestandteil aller Erzgebirgler.

Das Licht gilt als Symbol von Gesundheit und Leben. Die Arbeit unter Tage war hart, schwer und gefährlich. Ging der Bergmann zur nachtschlafenden Zeit zur Schicht, hatte die Familie nur einen Wunsch: „Komm glücklich wieder!“. Und so schallte er durch die Jahrhunderte, der alte Bergmannsgruß: „Glück Auf, Glück Auf“!

Um dem heimkehrenden Bergmann den Weg zu erhellen und die Nacht zu verkürzen, stellte seine Familie einen geschnitzten Lichterbergmann ins Fenster. Im Verlauf der Jahrhunderte kamen weitere Lichterfiguren hinzu. 

Der Lichterengel indes hat seinen Ursprung im religiösen Bereich. Beide Figuren sind meist als Paar gestaltet. Dies ist auf einen alten erzgebirgischen Brauch zurückzuführen.

Einst wurde in der Advents- und Weihnachtszeit für jeden Jungen ein Bergmann und für jedes Mädchen ein Engel in das Fenster gestellt. So war beim Spaziergang durch die weihnachtlich geschmückten erzgebirgischen Städte und Dörfer zu erkennen, wie viele Mädchen und Jungen in einem Haus wohnten.

Der Brauch, zu jedem Advent ein Lichtlein anzubrennen, ist wesentlich jünger. Er ist zurückzuführen auf den evangelischen Theologen Johann Wichern (1808-1881). Er gründete 1833 in Hamburg das „Rauhe Haus“. Im Jahre 1838 wurden hier in der Adventszeit die ersten Adventsleuchter aufgestellt. Aber erst nach dem 1. Weltkrieg wurde der Adventsleuchter durch die Jugendbewegung in ganz Deutschland bekannt. Der traditionelle erzgebirgische Adventsleuchter ist rot. In seiner Mitte stehen oder sitzen musizierende Engel unter einem goldenen Adventsstern.

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